Eine Bildgeschichte für Kinder “Zu Besuch auf der Intensivstation”

Regina Bierwirth, ein deutsche Intensivpflegeperson, hat das Buch mit dem Titel „Zu Besuch auf der Intensivstation“ geschrieben. Dieses Buch können Sie hier kostenlos ansehen.

Das sind Maxi und Opa Hans. Maxi und Opa Hans unternehmen normalerweise jede Menge zusammen. Sie füttern die Schafe, melken die Kühe, fahren zusammen Traktor oder sie freuen sich ganz einfach über das schöne Wetter und den guten Kuchen, den Oma Resi für sie gemacht hat. Doch seit einigen Tagen ist es anders. Opa Hans ist krank geworden.

Oma, Mama und Papa schauen oft traurig. Maxi weiß nicht genau was Opa Hans hat, doch er vermisst ihn sehr. Mama hat erzählt, dass Opa Hans im Krankenhaus auf der Intensivstation liegt und es ihm sehr schlecht geht.
Maxi hat deshalb schon viele Bilder für Opa Hans gemalt und Papa hat dann "Gute Besserung - von Maxi" darauf geschrieben.

Aber heute ist ein besonderer Tag. Maxi darf endlich Opa Hans besuchen. Mama hat Maxi schon erklärt, dass bei Opa Hans ganz viele Geräte und Apparate im Zimmer stehen. Diese braucht er alle, damit er wieder gesund wird. Am wichtigsten ist aber die Beatmungsmaschine, hat Mama erzählt. Darunter kann Maxi sich leider noch gar nichts vorstellen. Im Krankenhaus müssen Mama und Maxi an einer Tür läuten. „Da ist die Intensivstation”, sagt Mama und klingelt. Sie müssen ein bisschen warten. Eine freundliche Krankenschwester öffnet die Tür. „Hallo – bist du Maxi?” – „Ja”, sagt Maxi, „ich möchte meinen Opa Hans besuchen!”

„Gut Maxi”, sagt die Krankenschwester, „als erstes musst du dir aber noch deine Hände desinfizieren.” Das versteht Maxi nicht, aber Mama und die Krankenschwester machen es ihm vor. Er muss sich mit einem blauen Mittel die Hände so lange einreiben, bis es getrocknet ist. Fast so wie bei einer Handcreme. „Puh” sagt Maxi, „das stinkt aber!” „Da ist Alkohol drin, damit die Keime, die man nicht sieht, abgetötet werden und man dann keine Krankheiten überträgt”, erklärt die Krankenschwester. Nun gehen die drei zu Opa Hans.

Als Maxi bei Opa Hans ist, traut er sich gar nicht zu ihm hin. Er sieht so anders aus. - Irgendwie komisch. – Maxi hält sich lieber an Mamas Hand fest. Neugierig sieht Maxi sich um. Überall sind Schläuche und Kabel an Opa Hans und dazwischen hängen die Bilder, die Maxi für Opa Hans gemalt hat. Alle so, dass Opa Hans sie vom Bett aus sehen kann. Opa Hans macht die Augen auf und sieht Maxi an. „Ihr Enkel ist da”, sagt die Krankenschwester zu Opa Hans. Opa Hans sieht so aus, als würde er sich freuen. Opa Hans hat einen komischen Plastikschlauch im Hals. Die Krankenschwester deutet auf den Schlauch und erklärt: „Das ist ein Beatmungsschlauch. Über den bekommt dein Opa Luft zum Atmen, weil er das alleine im Moment nicht genügend kann. Dieses große Gerät daneben ist die Beatmungsmaschine. Die übernimmt die Atmung für deinen Opa.” Maxi sieht, dass der Schlauch im Hals von Opa Hans mit dem Gerät verbunden ist.

„Dein Opa kann leider mit diesem Schlauch nicht sprechen. Also musst du ihm etwas erzählen. Dein Opa kann mit dem Kopf nicken oder schütteln, da musst du vielleicht etwas Geduld haben. Das da oben, das fast so aussieht wie ein Fernseher, ist unser Überwachungsmonitor. Auf diesem können wir den Herzschlag sehen und erkennen, wie gut dein Opa atmet. Die anderen Geräte und Apparate pumpen Medikamente über Schläuche zu deinem Opa. Zum Beispiel Medikamente, damit dein Opa keine Schmerzen hat. Wenn du möchtest, darfst du deinem Opa auch die Hand geben oder ihn streicheln. Du solltest dabei nur etwas auf die Schläuche achten, damit keiner herausrutscht. Aber deine Mama hilft dir ganz sicher dabei.” Maxi fühlt sich immer noch etwas komisch. So hat er seinen Opa noch nie gesehen. Mama nimmt Maxi auf den Schoß und erzählt Opa Hans von zu Hause.

Opa Hans hört aufmerksam zu und nickt von Zeit zu Zeit mit dem Kopf. Dann nimmt auch Maxi seinen ganzen Mut zusammen und erzählt Opa Hans von den jungen Kätzchen zu Hause. Das klappt gar nicht so schlecht. Maxi und Mama bleiben noch eine Weile bei Opa Hans und erzählen ihm alle Neuigkeiten. Hin und wieder pfeift eines dieser komischen Geräte. Dann kommt die Krankenschwester, tippt irgendetwas auf den Tasten oder tauscht diese riesigen Spritzen aus und geht dann wieder. Nach einiger Zeit wird Opa Hans müde. Mama und Maxi verabschieden sich von ihm und gehen. „Bis zum nächsten Mal Opa!” sagt Maxi und winkt Opa Hans noch einmal zu. Der winkt zurück und lächelt.

An der Tür müssen sie sich noch einmal die Hände mit diesem komischen blauen Mittel desinfizieren. „Darf ich Opa Hans mal wieder besuchen?” fragt Maxi seine Mama auf dem nach Hause Weg. „Wenn du das möchtest, gerne”, sagt Mama. „Dann überlege ich mir gleich Namen für die Kätzchen.

 

 

 

Zusatzinformationen

Interessenskonflikte: Keine
Autor*innen: Regina Bierwirt, Vsw Kommunikation
Redaktion: Mag. Dr. Magdalena Hoffmann, MSc, MBA
Datum: 30.01.2021
Version: 1.0
Copyright-Vermerk für Fotos: Regina Bierwirt
Weiterführende Literatur: Keine
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